Spielleute

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Weltordnung des Mittelalters

Das mittelalterliche Leben bestand aus 3 tragenden Ständen, welche gottgewollt waren und eigentlich nie verlassen wurden. Es war undenkbar, etwas Anderes werden zu wollen als man vom Schöpfer durch die eigene Geburt zugewiesen bekam.

Nähr-Stand

Also die Bauern und Handwerker mit ihrer Produktion an Wirtschaftsgütern.
Hierbei wurden Sklaven und leibeigene Menschen nicht einmal mitgerechnet.

Militär-Stand

Die weltliche Herrschaft, die Fürsten, Ritter und Lehnsherren.

Bet-Stand

Den Stand des Wissens mit den Mönchen, Nonnen und aller geistigen Herrschaft.

Fahrendes Volk

Einen Musiker oder Schauspieler, den gab es in der Ordnung gar nicht.
Spielleute des Mittelalters gehörten zum fahrenden Volk und somit waren sie nicht amtlich registriert.
Jemand, der nirgendwo so richtig dazugehörte, ist auch heute noch verdächtig, zumal er auch niemandem steuerpflichtig ist.
Spielleute wurden oft außerhalb des Friedhofes verscharrt, ähnlich wie der Hingerichtete oder der Selbstmörder auch.
Wenn man es so will, misstraute man dem Spielmann sogar im Tode noch.
Ausnahmen waren lediglich edel-stämmige Minnesänger und Barden.

Eierdieb

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Hatte ein Spielmann keinen Auftritt, so wurde er zum potentiellen Eierdieb. Die Armenhilfe trat nur für rechtschaffene Arme ein. Jemanden, den man kannte und kontrollieren konnte, vergleichbar mit dem heutigen System der Hartz 4 Sozialhilfe. Wer stiehlt, hat Angst, dass er wiedererkannt werden könnte.
Möglicherweise liegt da ein Hintergrund für Masken tragende Musiker im Mittelalter. Zudem kommen natürlich kosmetische Gesichtspunkte wegen eventuellen Entstellungen und Theateraspekte hinzu.