Politsatire

Schandstrafe

Entstehung der Politsatire

Ich fahre auf historische Märkte und vermittele als darstellender Ledermaskenmacher europäische Maskengeschichte. Zu dieser Geschichte gehören unter anderen Funktionsmasken auch Schandmasken. Schandmasken waren der bildbeschreibende Bestandteil einiger mittelalterlicher Ehrenstrafen, welche aus der Volksgerichtsbarkeit hervorgingen und sozusagen vom Volke ausgingen.

Ehrenstrafe

Der einzelne Mensch wurde bei verschiedenen Verfehlungen gegen die bestehenden Regeln an seiner Ehre gegriffen. Wegen einer nicht lesekundigen Bevölkerung brachte man das Urteil in Form von einem Bild oder Zwangshandlungen zum Ausdruck. Dieses Bild bestand aus einer Maske welche das entsprechende Vergehen symbolisierte.

Wir sprechen von Schandmasken.

So gab es Tiermasken wie ein Schwein was schweinischen Lebenswandel besagen sollte. Der Hahn stand für Eitelkeit. Der große Mund stand für üble Nachrede, große Ohren für Lauschen und eine große Nase steckte man überall hinein.

Ablauf

Der Sünder stand dann am öffentlichsten Platz des Dorfes oder der Stadt an einen Holzpfahl gekettet mit der Maske da und alle konnten ihn sehen, wenn die Herde in die Kirche ging.
So verlor der Angekettete die Achtung der Anderen und war somit teilweise entehrt.
Da keiner an Gesicht verlieren wollte, waren derartige Strafen äusserst wirkungsvoll, zumal eigentlich Jeder Jeden kannte. Städte mit 1000 – 5000 Einwohnern waren schon sehr gross.

Ehre in der heutigen Zeit?

Vor 150 Jahren erschossen sich Leute des öffentlichen Lebens noch selbst, falls diese in Unehre fielen. Die Frage, was Ehre in der heutigen Zeit noch bedeutet, drängt sich auf.

Politik

Meines Erachtens wird in der Politik gelogen und betrogen. Es geht nicht mehr um die eigene Ehre, weil man keinen Bezug zu seinem Umfeld mehr herzustellen braucht. Ist man überführt, zieht man bestenfalls in eine andere Kommune oder Land und wechselt seine Funktion. Auf die Vergessensrate der überfütterten Bürger kann man sich gut verlassen.
Anlass und Ansporn waren Steubers Äußerungen zu der ostdeutschen Bevölkerung und ihrer Befindlichkeit. Damit erhoffte er in Bayern Wählerstimmen für die letzte Bundestagswahl zu sichern. Der andere Auslöser waren die nicht gehaltenen Wahlversprechen der Partien CDU und SPD zu den Veränderungen der Verbrauchssteuern.

Meine Haltung

Aus meiner Sicht funktioniert Demokratie in Deutschland nur, wenn wen der Wähler sich darauf verlassen kann, dass der Repräsentant des Volkes auch alles umsetzen gewillt ist was er verspricht. Wenn ein Politiker behauptet, dass es ungerecht sei, ihn an sein Wahlversprechen zu messen, beweist er damit nur sein mangelndes demokratisches Verständnis.
Solche Leute haben für öffentliche Entscheidungen jede Glaubwürdigkeit verloren und sollten den Posten verlassen. Seltsamerweise berührte diesen Politiker das Aufbegehren in der Öffentlichkeit nicht im Geringsten.
Ich meine, man sollte nachhelfen und solche Politiker symbolisch entehren. Auch wenn es gegen die Menschenrechte verstösst, wäre ein Pranger eine Möglichkeit, derartige Menschen von den Verlockungen der Macht abzuhalten. Eigentlich müsste sich ein Politiker sich als eine Art Diener am Volke verstehen.

Ziele

Mir dieser Politsatire möchte ich Menschen aus der Passivität holen und diese zur Diskussion anregen, die Sprache der Politik verbessern und dazu beitragen, gewisse korrupte Personen von den Schalthebeln der Macht fernzuhalten.

Aufforderung

Zukünftig werde ich auf der Seite Unterschriften sammeln. Bis jetzt haben Sie die Möglichkeit, mich auf den Märkten zu besuchen und sich einzutragen.

Was wäre denn ehrlich in der Politik?

Gedanke – Ein Politiker, der sagt:

„Ich werde von der Pharmaindustrie oder der Autoindustrie gestützt. Diesen Geldgebern fühle ich mich verpflichtet, da sie mich sogar durch eine von ihnen finanzierte Arbeitskraft zur Ausarbeitung meiner Reden und Standpunkte unterstützen. Zuzüglich der Spendengelder für meine Partei in der Höhe von X €, die uns zufliessen. Hauptberuflich sitze ich in 5 Aufsichtsräten, dafür erhalte ich so und so viel Geld. Falls Sie mich dennoch zu wählen gedenken, kann ich nur im Nebenerwerb in dem Bundestag sitzen. Ja, ich finde einfach zu wenig Zeit, neben dem Geldbekommen auch noch Ihre Bedürfnisse zu vertreten.

Mir scheint ich lebe in einer anderen Gesellschaft als Sie. Alle, welche ich kenne, haben reichlich Überfluss. Das sei unsozial? Da täuschen Sie sich. Jeder würde das machen.

Schon mein Vater sagte: ‚Wenn du eine Lücke findest im System nutze diese.‘ Und Sie haben ja die Wahl, ob Sie Energiekonzerne, Autokonzerne oder mich mit der Pharmaindustrie unterstützen wollen. Das ist Demokratie und auf diese bin ich stolz.“